Reinhard Schultze – Das Wasserhaus

„Wem gehört das Wasser?“

Dass sich um Wasser künftig Kriege entwickeln könnten, steht außer Frage. Wasser wird immer mehr zum knappen Gut, was oftmals unterschiedlichste Besitzansprüche erweckt. In „Das Wasserhaus“ widmet sich der Jurist Reinhard Schultze u. a. dieser Problematik.

Die 4 erwachsenen Kinder der Allgäuer Familie Holzrichter mit Burg(ruinen)besitz in Sachsen versuchen in der Welt Fuß zu fassen. Als das von der Mutter in Südafrika gestartete Wasseraufbereitungsprojekt zu scheitern droht, wird die Familie auf eine harte Probe gestellt.

Reinhard Schultzes Schreibstil ist recht anspruchsvoll, insbesondere an Stellen, an denen z. B. die Problematik des verunreinigten Wassers und Lösungsmöglichkeiten erklärt werden. Der Roman hat zudem einige Längen, nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl der Themen, Schauplätze und der Hauptcharaktere.

Genau diese konnten mich leider nicht überzeugen. Für mich blieben die Familienmitglieder größtenteils gesichtslos und fremd, während ich von den Schauplätzen recht detaillierte Bilder im Kopf habe. Vielleicht ist das auch ein Ding der Unmöglichkeit 6 Familienmitglieder einer Familie mit weitreichenden historischen Wurzeln und deren Spannungsfeld, in ihrer Entwicklung umfänglich darzustellen, während die Komplexität der Geschichte und deren Themen von Wasseraufbereitung über ethischen Konsum bis hin zu Machtspielen von Großkonzernen die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordern.

Schultzes Roman ist definitiv keine leichte Kost. Die angesprochenen Themen sind zweifelsohne wichtig und gut dargestellt, gehen aber meines Erachtens in der aufgeblähten Familiengeschichte etwas unter.

Sterne-Wertung: 3.5

Titel:Das Wasserhaus
Autor:in:Reinhard Schultze
Verlag:grafit Verlag
ISBN:9783894257705
Erscheinungstermin:18.03.2021
Seitenzahl:448 Seiten
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