Christoph Kramer – Wolkenberührpunkt

Mit seinem Debütroman „Das Leben fing im Sommer an“ hat Christoph Kramer ja schon bewiesen, dass er mehr kann, als das runde Leder ins Eck zu zirkeln. In seinem heute erscheinenden zweiten Roman „Wolkenberührpunkt“ erzählt er nun die Geschichte von Roman, dessen Leben sich in der Millenium-Silvesternacht für immer verändern wird. Wir begleiten Roman durch die unsteten Jahre der Jugend und auf der Suche nach der Wahrheit und seinem persönlichen Glück.
Wie in seinem Debütroman finden wir auch hier eine Coming-of-Age-Geschichte – allerdings so ganz anders als die von Kramer selbst und das reflektiert er immer wieder zwischen den Kapiteln, dass wir unsere Privilegien, die vielen guten Dinge unseres Lebens oft erst so richtig zu schätzen lernen, wenn wir sehen, dass es auch andere Schicksale gibt und dennoch bedeutet Glück nicht automatisch Reichtum, Macht, Status, auch das wird deutlich. Gerade in diesen persönlichen Kapiteln zeigt sich Christoph Kramer wieder unglaublich nahbar und sympathisch.
So tragisch die Geschichte um Roman ist, mich konnte es nicht ganz so packen, wie „Im Sommer fing das Leben an“, was mich wirklich beeindruckt hat. Angesichts der Ähnlichkeiten und gleichen erzählten Zeit, drängt sich der Vergleich natürlich auf. Ich konnte mich nicht völlig in den Protagonisten hineinversetzen und wurde nicht ganz so in den Sog gezogen, auch die nostalgischen Gefühle an die eigene Jugend sind weniger präsent gewesen, wohl auch, weil es eben keine unbeschwerte Jugend, kein Sommermärchen war. Dennoch hat mich die Geschichte überzeugt und ist am Ende ziemlich rund und auch die Nebenfiguren besitzen ihren besonderen Charme.
Wer jetzt also wissen möchte, wo der titelgebende Wolkenberührpunkt ist und welche schicksalhafte Geschichte sich dahinter verbirgt, dem wünsche ich viel Spaß beim Lesen.
★★★★☆ 4/5
| Titel | Wolkenberührpunkt |
| Autor*in | Christoph Kramer |
| Verlag | Kiepenheuer & Witsch Verlag |
| ISBN | 9783462055177 |
| Erscheinungstermin | 01.10.2026 |
| Seitenzahl | 288 Seiten |

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