Johann Scheerer – Unheimlich nah

In seinem autobiographischen Roman „Unheimlich nah“ beschreibt Johann Scheerer über seine Jugendzeit, die überschattet wurde von den Nachwirkungen der Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma.

Nachdem sein Vater 1996 entführt wurde und heil wieder zurück zu seiner Familie kam, wurden entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, sodass Scheerer in einem „Hochsicherheitstrakt“ wohnte und auf Schritt und Tritt von Bodyguards begleitet wurde. Die Umstände und das ohnehin in der Pubertät herrschende Gefühlschaos begleitet ihn auf dem Weg neben der Schule musikalisch Fuß zu fassen.

Durch die Hintergründe handelt es sich hier um einen nicht ganz typischen Coming-of-Age-Roman. Selbstkritisch, manchmal humorvoll schreibt Scheerer über die Unsicherheit im Umgang mit seiner besonderen Situation, wo er doch eigentlich nur ein ganz normaler Teenager sein möchte. Was mir an manchen Stellen ein bisschen fehlt, ist die Tiefe. Irgendwie bleibt mir Johann fremd.

Obgleich das Buch seine Längen hat, ist es dennoch recht interessant.

Sterne-Wertung: 3

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