Franka Frei – Krötensex

Das Cover und der freche Titel „Krötensex“ haben mich sofort angesprochen. Zudem steht Franka Freis erstes Buch „Periode ist politisch“ aufgrund einiger Empfehlungen schon lange auf meinem Wunschzettel.

In ihrem ersten Roman schreibt Franka Frei über das Leben der 20-jährigen Frieda, die ein Semester im Rahmen ihres privaten Studiums in Amerika verbringt. Amerika – ein Kaff in Sachsen, nicht zu verwechseln mit dem land of the free.

Der erste Teil des Buchs dreht sich um dieses Semester im Osten der Republik, wo Frieda nicht nur auf Nazis, sondern auch linke Aktivisten und nerdige „Ossis“ trifft. Zurück in Berlin entwickelt sich das Buch in Richtung Selbstfindungstrip infolge dessen Frieda bis an den Rand ihrer Grenzen geht.

Die Story an sich lässt einen an manchen Stellen schmunzeln, hat aber viele Längen und auch eher unglaubwürdige Parts. Die Protagonistin ist recht gut ausgearbeitet, die Nebenfiguren sind mir aber alle zu überzeichnet und oft zu stereotyp.

Gerade im ersten Teil ist mir auch die Sprache, vor allem von Kommilitone Miro, zu flapsig, zu gewollt jung und hip. Reden junge Leute heute wirklich so? Bin ich mit Mitte 30 tatsächlich schon so alt?

Letztlich bin ich froh, dass ich dieses Alter schon hinter mir habe und im Leben an einem anderen Punkt stehe. Ich hätte mir gewünscht, das Buch 15 Jahre früher gelesen zu haben, um zu sehen, dass auch andere mit Selbstzweifeln und dem „Dazugehörenzuwollen“ kämpfen. Die feministischen Positionen in Ehren, konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen.

Sterne-Wertung: 3

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