Hervé le Tellier- Die Anomalie

Groß angekündigt, als das Buch des Jahres, das einem noch lange im Gedächtnis bleibt, wurde Hervé le Telliers „Die Anomalie“ angekündigt und ich wollte mich natürlich selbst davon überzeugen, ob es dem Hype gerecht wird.

Zum Inhalt schreibe ich besser nichts. Diejenigen, die es bereits auf der Wunschliste haben, kennen wohl den Klappentext, allen anderen empfehle ich, nicht mal diesen vorher zu lesen, weil er zu viel verrät.

Leider wurde ich wieder mal von meinen Erwartungen an ein gehyptes Buch enttäuscht. Das Gedankenexperiment, das der Autor anstellt und das tatsächlich noch einige Zeit nachhallt, ist wirklich spannend und hätte genug Stoff für einen langen Roman geboten. Warum es le Tellier allerdings mit der Anzahl der Figuren derart übertreibt, bleibt mir ein Rätsel, auch wenn er versucht, das durch einen der Charaktere zu erklären. Natürlich will er die Bandbreite an Möglichkeiten mit dem Umgang der außergewöhnlichen Situation zeigen, aber das war sicherlich nicht der eleganteste Weg.

Auch deshalb schafft es keine der Figuren auch nur ansatzweise Sympathien bei mir wecken. Mir bleiben alle Charaktere fremd und unnahbar. Durch den Klappentext wird außerdem der Großteil der Spannung zerstört. Was bleibt, sind Seitenhiebe gegen Donald Trump und die Geheimdienste, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben und der Gedanke, „was würde ich machen, was wäre, wenn…“.

In meinen Augen hat Hervé le Tellier aus seinem genialen Einfall herzlich wenig gemacht und eine mittelmäßige Story abgeliefert.

Sterne-Wertung: 3.0

TitelDie Anomalie
Autor*inHervé le Tellier
Übersetzer*inRomy & Jürgen Ritte
VerlagRowohlt Verlag
ISBN9783498002589
Erscheinungstermin17.08.2021
Seitenzahl352 Seiten

Link zur Verlagsseite: Die Anomalie

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