Aida S. de Rodriguez – Es geht auch ohne Strafen! Kinder auf Augenhöhe begleiten

Ich befinde mich gerade auf dem Weg zu einer bedürfnisorientierten Erziehung meiner Kinder ohne Strafen und Belohnungen. Ich verfolge einige Blogs zum Thema und habe schon das ein oder andere Buch dazu gelesen.

Nun kam „Es geht auch ohne Strafen! Kinder auf Augenhöhe begleiten“ dazu. Nachdem das Buch oft empfohlen und hochgelobt wurde, waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Leider wurden sie nicht ganz erfüllt.

Aber von vorne: Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Teil 1 ist der längste klärt über Strafen und deren Auswirkungen auf, wobei mir hier Tiefe fehlt. Wenn man sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat, kann Teil 1als Einführung dienen. Der zweite Teil, „Alternativen zur Strafe“ bleibt sehr blass. Es gibt allgemeine Ausführungen, an welchen Stellen Strafen eingesetzt werden, aber kaum Anregungen, welche Alternativen im Alltag zur Verfügung stehen und wie man konkret aus alten Verhaltensmustern herauskommt. Teil 3 ist der kürzeste und zeigt 28 mehr (oder weniger) konkrete Empfehlungen auf, wie man in einer Konfliktsituation handeln kann. Dazu gibt es die 28 Stichpunkte nochmal zum Kopieren und Ausschneiden als Übersicht.

Insgesamt tue ich mir mit dem Buch schwer. Das kann natürlich an meinen hohen Erwartungen liegen. Mir fehlt es an vielen Stellen an Tiefgang und Beispielen sowie konkreten Alternativvorschlägen. Ich finde es stellenweise langatmig und wirkliche Aha-Momente hatte ich beim Lesen leider nicht.

Was mir außerdem fehlt, sind z. B. Hintergrundinfos bezüglich der kognitiven Reife der Kinder in den entsprechenden Altersstufen, die erklären, warum Kinder so handeln, wie sie es tun und die Wutausbrüche erklären können. In dieser Hinsicht fand ich das Buch schwächer als andere Ratgeber.

Insgesamt kann ich eine Empfehlung allenfalls für Neulinge in Sachen Erziehung ohne Strafen aussprechen.

3,5/5 

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