John Niven – Gott bewahre

Dieses Buch hätte ich mir selbst nie gekauft. Umso besser, dass ich es von meinem Schwager geschenkt bekommen habe, denn ich hätte definitiv was verpasst.

Jesus soll seinen Vater, Gott, für eine kurze Zeit vertreten und richtet dabei völliges Chaos an und die Welt stürzt durch Kriege und schwindende Moral in den heutigen, desolaten Zustand. Gott ist entsetzt und schickt Jesus erneut auf die Erde, um den Schaden zu beheben und die Menschen wieder von christlichen Grundgedanken zu überzeugen.

Doch diese Mission wird erwartungsgemäß nicht ganz einfach. Als kiffender Indie-Musiker nimmt Jesus an einer Casting Show teil und reist infolgedessen mehr oder minder erfolglos quer durch die USA und schart Freunde um sich, die eher nicht dem Durchschnittsbürger entsprechen.

Die Geschichte ist skurril, aber nicht unschlüssig. Bei all dem Humor und Klamauk, steckt eine bissige Gesellschaftskritik in dem Text, die niemanden ausspart. Es geht nicht nur um die Kirche, die Gläubigkeit, Castingshows und die Medienlandschaft, nein die ganze moderne Gesellschaft wird schonungslos auf die Schippe genommen.

Der Roman ist tiefgründig. In einem Moment muss man herzhaft lachen, im nächsten bleibt einem das Lachen im Halse stecken, weil die Kritik den Nagel so wunderbar auf den Kopf trifft. Eine kurzweilige Lektüre, die trotz aller Skurrilitäten für jeden Leser geeignet ist.

5/5

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