Jan Weiler – Der Markisenmann

„Und mein Papa strahlte über das ganze Gesicht, trat auf mich zu, bremste sich wieder und sagte: »Aber klar. Zu zweit ist man schon mal doppelt so viel wie alleine.«“

Jan Weiler steht für Unterhaltungsromane mit urigen Figuren. Genau so einer ist auch „der Markisenmann“ in seinem neuen gleichnamigen Roman.

Eigentlich heißt er Ronald Papen und verkauft Markisen mit fragwürdigen Designs aus altem DDR-Bestand (siehe Buchcover und Innenseiten). Als seine 15-jährige Tochter Kim etwas Ungeheuerliches tut, lernen sich die beiden erstmals kennen und verbringen die Sommerferien gemeinsam. Doch auch der Markisenmann kann auf eine ebenso wenig ruhmreiche und folgenschwere Tat in der Vergangenheit zurückblicken.

Jan Weilers Schreibstil ist gewohnt locker und lässt sich entsprechend leicht lesen. Ich war geradezu in einem Lesefluss – endlich mal wieder. Die Nebencharaktere fand ich klasse und auch die Protagonisten sind in ihren Handlungsmustern schlüssig, leider fehlt mir aber vor allem zur Ich-Erzählerin Kim die Nähe. Mir blieb sie ein bisschen fremd und unsympathisch, was mein Lesevergnügen doch etwas stört.

Während mich die erste Hälfte des Buchs überzeugen konnte, war ich vom großen Geheimnis um Papens Vergangenheit etwas enttäuscht und der Schluss geht mir zu locker und letzten Endes auch ziemlich unglaubwürdig über die Bühne.

Dennoch liefert Jan Weiler einmal mehr solide Unterhaltung mit ein bisschen Ost-West-Drama, Ruhrpottromantik und schrulligen Charakteren.

Sterne-Wertung: 3.0

TitelDer Markisenmann
Autor*inJan Weiler
VerlagHeyne Verlag
ISBN9783453273771
Erscheinungstermin21.03.2022
Seitenzahl336 Seiten

Link zur Verlagsseite: Der Markisenmann

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