Joachim B. Schmidt – Kalmann

Ich habe es wieder mal mit einem Krimi versucht: Der Bucherfolg aus dem Jahr 2020 „Kalmann“ von Joachim B. Schmidt, kürzlich im Taschenbuchformat bei Diogenes erschienen.

Vordergründig handelt es sich um einen typischen Krimi: Vermisster, Blutlache, Polizeiarbeit – aber Kalmann ist viel mehr als das. Angefangen beim gleichnamigen Ich-Erzähler, selbsternannter Sheriff von Raufahrhöfn, oft als Dorftrottel verspottet, hat aber viel mehr zu bieten als man auf den ersten Blick annehmen kann. Es spielen aber auch Themen, wie Demografie, Umweltzerstörung und die Veränderung des ländlichen Raums eine Rolle.

Der Plot ist stimmig und interessant, auch wenn er sich im Tempo seines Protagonisten zunächst recht langsam bewegt. Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte nochmal Fahrt und Spannung auf. Auch sprachlich bewegt sich der Roman entsprechend seiner Hauptfigur.

Gelungen sind die Beschreibungen des kleinen Nestchens im Norden Islands und seiner Bewohner. Und auch wenn ich zunächst ein bisschen gebraucht habe, um mich in den Ich-Erzähler hineinzufinden, ist er mir im Laufe des Buchs doch ans Herz gewachsen. Was mir nicht gefällt, sind Handlungsfäden, die ins Leere laufen [Achtung Spoiler: vor allem, was es mit dem Online-Freund Noi auf sich hat].

Alles in allem ein lesenswerter, ruhiger Krimi mit einem „echten Original“ als Protagonisten.

Sterne-Wertung: 4.0

TitelKalmann
Autor*inJoachim B. Schmidt
VerlagDiogenes Verlag
ISBN9783257071382
Erscheinungstermin26.08.2020
Seitenzahl352 Seiten

Link zur Verlagsseite: Kalmann

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