Rebekka Frank – Spiegelland

Mit „Spiegelland“ erzählt Rebekka Frank eine vielschichtige Geschichte über das Patriarchat, hässliche Gewalt und der Emanzipation daraus, über Identität und die unsichtbaren Fäden, die Generationen miteinander verbinden.

Auf drei Zeitebenen erzählt sie die Geschichte von Aletta im 18. Jahrhundert, die den Widrigkeiten des Moors trotzt, von Cato, die 1999 mit Tochter Kira vor ihrem gewalttätigen Mann ins Teufelsmoor flüchtet und von Elias, der 2025 einen schwerwiegenden Fehler macht.

Besonders beeindruckt hat mich die Erzählstruktur: Die drei Handlungsstränge greifen präzise ineinander, enthüllen nach und nach verborgene Zusammenhänge und erzeugen einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Die Frauenschicksale stehen dabei klar im Mittelpunkt. Trotz des großen zeitlichen Abstands zeigen sich berührende Parallelen – in ihren Zwängen, ihren Hoffnungen, ihren Entscheidungen. Gerade diese leisen, emotionalen Spiegelungen machen den Roman so stark.

Im Vergleich dazu bleibt Elias’ Geschichte in der Gegenwart für mich etwas blasser und auch die ein oder andere Wendung ist vorhersehbar. Dennoch bleibt der Roman durchweg spannend und interessant. Die historischen Ebenen besitzen eine solche erzählerische Kraft, dass man unbedingt wissen möchte, wie alles zusammenführt.

„Spiegelland“ ist ein atmosphärischer, klug konstruierter Roman, der zeigt, wie sehr Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt – und wie sich Muster über Generationen hinweg wiederholen können. Trotz kleiner Schwächen in der Gegenwartsebene bleibt er ein fesselnder Page-Turner, der emotional bewegt und lange nachhallt.

TitelSpiegelland
Autor*inRebekka Frank
VerlagFischer Verlag
ISBN9783758700439
Erscheinungstermin25.02.2026
Seitenzahl560 Seiten

Das Buch gibt’s hier:

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