Florence Knapp – Die Namen

In ihrem Debütroman zeigt Florence Knapp, wie eine einzige Entscheidung ein ganzes Leben bestimmen kann. Ich finde übrigens den Klappentext irreführend, denn es ist die Entscheidung über den Namen und nicht der Name selbst, der über das Leben von Coras Kind und dem ihrer Familie bestimmt. Denn wir folgen der Familie in 3 Szenarien im 7-Jahreszyklus in ihrem weiteren Leben, einmal, wenn das Baby traditionell Gordon heißt, wie der gewalttätige Vater, einmal mit dem Wunschnamen der Mutter: Julian und einmal mit dem Favoriten der großen Schwester: Bear.

Die Namenswahl hat unterschiedliche Folgen und damit auch der weitere Lebensweg der Protagonisten. Diese dreiteilige Handlung macht den Roman ungemein spannend und es gelingt der Autorin meisterhaft, drei unterschiedliche Lebenswege für alle aufzuzeichnen und dennoch bleiben die Protagonisten ihrem Wesenskern dabei treu.

Für mich war es eine emotionale Achterbahnfahrt, so sehr konnte ich mich in die Figuren hineinversetzen und habe mitgefühlt. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt beim Lesen geweint habe, aber hier sind mit mehrfach die Tränen gekommen – vor Erleichterung, vor Enttäuschung, vor Freude, vor Trauer… es war alles dabei.

Mir fehlt übrigens eine Triggerwarnung oder zumindest ein Hinweis, denn ein zentrales Thema ist häusliche Gewalt und obwohl ich glücklicherweise nicht betroffen bin, hat es mich beim Lesen ganz schön mitgenommen – wie geht es dann erst Betroffenen?

Trotz der teilweise auch traurigen und schwer zu ertragenden Passagen, eine ganz große Leseempfehlung von mir!

TitelDie Namen
Autor*inFlorence Knapp
Übersetzer*inLisa Kögeböhn
VerlagEichborn Verlag
ISBN9783847902294
Erscheinungstermin02.03.2026
Seitenzahl352 Seiten

Das Buch gibt’s hier:

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