Andreas Izquierdo – Schatten der Welt

Endlich konnte mich ein Roman mal wieder richtig packen. Andreas Izquierdos „Schatten der Welt“ spielt im Preußen Anfang des letzten Jahrhunderts. 3 Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten wachsen in der Hoffnung auf ein gutes Leben in der Stadt Thorn kurz vor der russischen Grenze auf, bis der 1. Weltkrieg alle Träume zerstört.

Izquierdo schreibt einfühlsam, ruhig und bildreich, dabei aber nie langweilig oder pathetisch. Ich konnte mich sofort in den Ich-Erzähler Carl und die damalige Zeit einfinden. Die Figuren sind mit solcher Liebe gezeichnet, wirken authentisch und echt.

Obwohl ich Bücher über Krieg nicht gerne lese, trifft dieses Buch den richtigen Ton. Ohne detaillierte Beschreibung eines Gemetzels, wird der Krieg dennoch mit all seinen Grausamkeiten als das was er ist dargestellt. Aus der Perspektive des Soldaten Artur, aus Sicht des Fotografen Carl, der den Krieg für das Militär als glorreich inszenieren soll und nur langsam begreift und von Isi stellvertretend für die Frauen und alle die zurückblieben und im desolaten Zustand des Mangels versuchten zu überleben. Die 3 Handlungsstränge werden geschickt verwoben und bleiben spannend bis zum Ende.

Eine absolute Leseempfehlung! Lasst Euch nicht vom Umfang des Buchs abschrecken, es liest sich toll und langweilt auf keiner der über 500 Seiten.

5/5

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